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Aero-Club Piloten ganz vorne auf dem Klippeneck

Beim internationalen Klippeneck-Wettbewerb zwischen Tuttlingen und Rottweil in der Schwäbischen Alb war der Aero-Club Bad Nauheim gleich mit zwei Piloten erfolgreich vertreten.

Der traditionsreiche internationale Klippeneck-Wettbewerb wurde auch in diesem August wieder auf dem gleichnamigen Flugplatz, gelegen zwischen Tuttlingen und Rottweil auf der Schwäbischen Alb, ausgetragen. Deutschlands höchster Segelflugplatz (975 Meter) beherbergte 114 Piloten mit ihren Mannschaften, die in vier verschiedenen Flugzeugklassen um die Plätze auf dem Siegertreppchen flogen.

Der Aero-Club Bad Nauheim war gleich mit zwei Piloten vertreten: Gerhard Hermann, der seine erste Saison auf dem Ober-Mörler Flugplatz fliegt und offiziell diesen Wettbewerb noch unter der Flagge seines alten Vereins, dem SFC Hirzenhain, bestritt, flog in der Doppelsitzerklasse. Der Segelflugreferent des Vereins, Tobias Meiler, trat mit seiner ASG 29 in der 18-m-Klasse an.

Das Wetterglück war den Teilnehmern diesmal besonders gewogen und bescherte nicht nur gültige Wertungen an fünf von neun möglichen Wertungstagen, was in Deutschland auch im August nicht unbedingt vorausgesetzt werden kann. Es sorgte auch für besondere Wetterlagen, bei denen die Wolkenuntergrenze der für Segelflieger wichtigen Cumuluswolken bis auf 3000 m anstieg und so Schnittgeschwindigkeiten von bis zu 151 km/h ermöglichten – Werte, die man ansonsten nur von segelfliegerischen Ausnahmeregionen wie Namibia oder Australien kennt.

Für Gerhard Hermann und seinen Teampartner Achim Bieber in der Doppelsitzerklasse begann der Wettkampf mit einem dritten Platz am ersten Wertungstag. Nach einem Tagessieg am zweiten Tag genügten dem Duo dann zwei weitere Platzierungen unter den ersten Zehn, um einen 13. Tagesplatz am vorletzten Tag verkraften zu können. Strafpunkte aufgrund zu hoher Abfluggeschwindigkeit, vergleichbar mit einer zu hohen Geschwindigkeit in der Boxengasse bei Autorennen, gaben den Ausschlag für diese Tagesplatzierung bei einer ansonsten konstant guten fliegerischen Leistung. Den letzten Tag krönten die beiden mit der höchsten Schnittgeschwindigkeit bei den Doppelsitzern und rasten mit 141,98 km/h um den knapp 300 km langen Vieleckskurs. Am Ende siegte das Team Hermann/Bieber vor Placht/Placht und dem Duo Dilger/Haußmann.

Tobias Meiler, der in dieser Saison schon reichlich Wettbewerbserfahrung sammeln konnte, hielt sich in der 18-m-Klasse, der Klasse einsitziger Segelflugzeuge mit 18 m Spannweite, stets unter den ersten zehn eines jeden Wettbewerbstages und wäre damit unter normalen Umständen ein Aspirant für das Treppchen gewesen. Aufgrund der hohen Leistungsdichte im Führungsfeld und den konstant guten Leistungen des Führungsquartetts musste er sich aber der Schweizer Nationalmannschaft mit Rolf Friedli, Marcel Dünner und Michael Reiner sowie dem Engländer Mark Wering geschlagen geben und konnte seinen fünften Platz immerhin noch mit dem Titel »bester Deutscher« verschönern.

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