Oldtimer

Dornier DO27

Grün – Breit – Stark

Im Halbdunkel der Halle wirkt das olivgrüne Tarnkleid besonders gut, und trotzdem fängt das hochbeinige, große Flugzeuge in der martialischen Militärlackierung unweigerlich den Blick des Besuchers. Die Dornier DO27 ist in jeder Hinsicht ein beeindruckendes Flugzeug. Konstruiert unter der Führung von Claudius Dornier im Rahmen einer Ausschreibung des spanischen Militärs, flog der Prototyp des Beobachtungs- und Verbindungsflugzeugs zuerst 1954. Nach Aufhebung des Flugverbots in Deutschland 1955 fand die weitere Erprobung und der Beginn der Serienfertigung in Deutschland statt. Die DO27 ist damit das erste nach dem Krieg in Deutschland in Großserie gebaute Flugzeug.

1956 entschied sich auch die neugegründete Bundeswehr für die Anschaffung der DO und setzte das Flugzeug sowohl bei der Luftwaffe als auch bei den Marine- und Heeresfliegern ein.

Die DO konnte auch als Zivilflugzeug erworben werden. Die bekannteste Maschine war sicherlich die D-ENTE, die von Prof. Grizmek in der Serengeti zur Tierbeobachtung eingesetzt wurde und der im Film „Die Serengeti darf nicht sterben“ ein Denkmal gesetzt wurde.

Die Produktion wurde schließlich 1965 nach 627 gebauten Exemplaren eingestellt. Zu diesem Zeitpunkt hatten schon längst Helikopter die Verbindungs- und Beobachtungsaufgaben beim Militär übernommen; die DO blieb aber bis 1980 im Einsatz, u.a. für Ausbildungszwecke.

Die in Ober-Mörlen stationierte Maschine erblickte 1958 als B1-Modell („schmales“ Fahrwerk) mit der Werknummer 276 die Welt und wurde bei der Flugzeugführerschule in Diepholz eingesetzt. 1970 wird sie aus dem militärischen Dienst entlassen und fliegt ab 1972 in der Schweiz, wo sie unter anderem Fallschirmspringer auf Höhe bringt. 1996 wird sie von einem Ober-Mörler Enthusiast auf den Johannisberg geholt. Schritt für Schritt wurde das Flugzeug seitdem in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt, natürlich mit Zugeständnissen an die Erfordernisse des modernen zivilen Flugbetriebs.

Und wie fliegt sich so ein Bundeswehr-Klassiker? Die hohe Zuladung – Grill, Zelt, Gepäck und Kiste Kaltgetränk finden problemlos Platz – und die Fähigkeit, sehr kurz zu landen und zu starten, machen die DO zu einem idealen Flugzeug für den Familienausflug. Die Reise selbst findet mit eher geruhsamen 90-100 Knoten (165-180km/h), bei allerdings militärisch kräftigen Durst statt. Das hohe Gewichte, der hochliegende Schwerpunkt und das Spornrad sorgen vor allem bei Seitenwind dafür, dass sich DO-Piloten ordentliche Landungen manchmal hart erarbeiten müssen.

Technische Daten

  • Baujahr: 1958
  • Spannweite: 12,00 m
  • Länge: 9,60 m
  • Höhe: 2,70 m
  • Flügelfläche: 19,4 m²
  • Triebwerk: Lycoming GO480, 6 Zylinder Boxer mit Getriebe und Verstellpropeller und Druckvergaser
  • Leistung: 270PS
  • Höchstgeschwindigkeit: 333 km/h
  • Reisegeschwindigkeit: 215 km/h
  • Maximales Abfluggewicht: 1570 kg – 1850 kg je nach Ausführung
  • Sitzplätze 4 (je nach Ausführung bis 6 Plätze)

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