Aktuell Streckenflug

Erfolgreich in Zwickau

Die Deutschen Meisterschaften im Segelflug wurden in diesem Jahr zeitglich für die Doppelsitzer- und die Club-Klasse auf dem Flugplatz Zwickau ausgetragen.

Vater Thomas und Sohn Lars Liebert vom Aero-Club Bad Nauheim hatten sich im letzten Jahr für dieses Kräftemessen der besten deutschen Piloten qualifiziert und konnten erstmalig das neue Flaggschiff des Vereins, den ARCUS, im Wettbewerbseinsatz testen.
Thomas Liebert, erfahrener Wettbewerbspilot und Fluglehrer auf dem heimischen Flugplatz in Ober-Mörlen, zeigte sich begeistert von dem neuen Flugzeug:

„Der ARCUS ist einfach aktuell das beste Flugzeug seiner Klasse. Die Möglichkeit, mit den Wölbklappen das Flügelprofil optimal an die Bedingungen anzupassen, ermöglicht sehr gutes Steigen auch in dem schwachen Wetter, das wir hier teilweise vorgefunden haben. Und im Gleiten zeigt der ARCUS Leistungen, die man eigentlich nur von größeren Flugzeugen kennt.“

Damit spricht Liebert das große Manko der Meisterschaft an – das Wetter. Eine wenig optimale Großwetterlage schaufelte immer neuen Regen in das mögliche Fluggebiet und ermöglichte es der Wettbewerbsleitung gerade einmal an fünf von elf möglichen Tagen die Ausschreibung einer Aufgabe, in der Clubklasse aufgrund eines organisatorischen Lapsus sogar nur vier.

Der erste Tag war gleichzeitig der beste der Meisterschaft ermöglichte den schnellsten Doppelsitzern allein mit Hilfe von Sonnenenergie, die in thermischen Aufwinden resultiert, mit bis zu 120km/h Durchschnittsgeschwindigkeit über einen 423km großen Kurs zu rasen. Das Duo Liebert und Liebert lag mit 118km/h nur knapp hinter dem Spitzenpulk und sicherte sich den vierten Tagesrang.

„Die Angabe der Durchschnittsgeschwindigkeit täuscht über die tatsächlichen Verhältnisse hinweg“, erläutert Co-Pilot Lars Liebert, „man muss bedenken, dass beim Kreisen in den Aufwinden die Vorwärtsgeschwindigkeit auf der Strecke gleich Null ist. Zwischen den Aufwinden heißt es dann Gas geben und mit bis zu 250 km/h vorzufliegen.“

Eine ähnlich gute Platzierung erreichte das Team noch einmal bei halbwegs guten Bedingungen am vierten Wertungstag. An den anderen drei Tagen mit besonders schwachem Wetter durfte der ARCUS dann auch noch einen besonderen Trumpf ausspielen: Anstatt wie sonst üblich bei ausbleibender Thermik auf einem Acker oder einer Wiese außen zu landen, konnten Vater und Sohn mit Motorhilfe zurückkehren.

Am Ende des fünften Tages fand sich die Crew dann hochzufrieden auf dem 10. Gesamtplatz des 32 Teams umfassenden Feldes.

Lorenz Dierschke, ebenfalls Fluglehrer beim AeC und im Hauptberuf Verkehrspilot, war dagegen mit dem Verlauf seines Wettbewerbs in der Club-Klasse alles andere als zufrieden. Diese Wettbewerbsklasse wurde eingerichtet, um auch mit älterem Fluggerät, wie es eben in vielen Clubs noch zu finden ist, Wettbewerbe unter gleichen Bedingungen für alle Teilnehmer austragen zu können. Die Flugzeuge erhalten je nach Leistungsfähigkeit einen Index, mit dem die erreichten Punkte normalisiert werden. Dierschke trat mit einer ASW20 an, die, obwohl schon aus den frühen 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts stammend, ein sehr leistungsfähiges Muster darstellt. Aufgrund der Indexwertung nur ein scheinbarer Vorteil, musste Dierschke damit doch rund zehn Prozent höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten erreichen als das Gros des Feldes. An den ersten drei Tagen noch im Mittelfeld mitfliegend, katapultierte eine frühe Außenlandung am letzten Tag ihn auf den 40. von 43 möglichen Plätzen.

Auf dem Treppchen in der Clubklasse standen Fabian Peit (3.), Jan Rothhardt (2.) hinter Stefan Delfs. Bronze in der Doppelsitzerklasse ging an das Team Norbert Sommer, Team Thomas Viehmann bekam Silber. Der Meistertitel ging zur großen Freude aller in dieser ansonsten von Männern dominierten Sportart an eine Frau: Serena Triebel stand ganz oben auf dem Treppchen und wird damit auch Mitglied in der Deutschen Nationalmannschaft.

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