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Fliegerurlaub in Landau/Pfalz

Der Wind treibt ein paar kleine Staubfähnchen über die ausgetrocknete Landebahn des Ober-Mörler Flugplatzes, Leere im Hangar, wo normalerweise die Segelflugzeuge abgestellt sind, Lücken in den sonst geschlossenen Reihen der Segelfluganhänger, nur ein paar wenige Daheimgebliebene sitzen im Schatten der Gebäude, der Rest ist buchstäblich ausgeflogen. So präsentierte sich der ansonsten zumindest an Wochenenden belebte Ort dem Besucher während zweier Wochen Mitte August.

Der Grund ist simpel: Der Verein macht Urlaub! Mit Kind und Kegel, Zelten, Wohnwägen, dreizehn Segelflugzeugen und einem Motorsegler zogen vierzig Bad Nauheimer Flieger vom heimischen Fluggelände aus und besetzten – ganz in friedlicher Absicht natürlich – das Segelfluggelände Landau am Fuße des Pfälzer Walds, das von zwei befreundeten Vereinen betrieben wird.

„Expeditionsleiter“ Thomas Liebert dazu: „Etwa alle zwei Jahre stellen wir uns der logistischen Herausforderung und veranstalten solch ein vierzehntägiges Fliegerlager. Klar ist der Spaß wichtig, der sich ganz automatisch einstellt, wenn Flugverrückte und Mitgereiste im Alter zwischen acht Monaten und Mitte Siebzig zusammen Fliegerurlaub machen.“ Aber das sei nicht der einzige Grund für den Umzug auf Zeit, so Liebert weiter: „So wie Handwerker auf die Waltz gehen, sind solche Reisen auch für uns Flieger wichtig, um Erfahrungen zu sammeln und Neues zu lernen. Der Pfälzer Wald und die Vogesen sind von Ober-Mörlen mit dem Segelflugzeug nicht einfach zu erreichen, bieten aber bei den richtigen Wetterlagen prima Möglichkeiten – von der Schönheit der Landschaft ganz zu Schweigen. Und natürlich ist es auch immer schön zu sehen, wie andere Vereine sich und ihren Flugbetrieb organisieren.“

Auch für die Ausbildung des Nachwuchses sei es wichtig, andere Gegebenheiten kennenzulernen und zum Beispiel Landungen außerhalb des heimischen Fluggeländes durchzuführen. Dem Gesetzgeber sei das so wichtig, dass er das sogar in die Ausbildungsrichtlinien aufgenommen habe, führt der erfahrene Fluglehrer weiter aus.

Und geflogen wurde reichlich in den zwei Wochen: mehr als 300 Starts und Landungen standen am Ende im Hauptflugbuch des Gastflugplatzes, mehr als 10.000km konnten von den Streckenfliegern über dem Rheintal, dem Pfälzer Wald, dem Schwarzwald und den Vogesen zurückgelegt werden. Bei besten thermischen Bedingungen betrugen die größten zurückgelegten Tagesstrecken mehr als 500km, teilweise konnten Durchschnittsgeschwindigkeiten bis 150km/h erzielt werden.

„Wir kommen wieder“ stand am Ende für alle Teilnehmer fest, als sie sich mit einem dicken Dankeschön von den Gastgebern verabschiedeten.

 

 

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