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Lilienthal Glide 2016 in Lüsse bei Berlin

Bericht Lilienthalglide 2016 in Lüsse bei Berlin von Thomas „Ello“ Liebert

Facts:

  • Qualifikationsmeisterschaft für DM 2017 ausgetragen in Lüsse vom 18.7. bis 27.7.
  • Doppelsitzerklasse (26 Teilnehmer), Clubklasse (25), offene Klasse (35)
  • 7 Wertungstage bei DoSi und Offene, 6 bei Club
  • DoSi: 5 x Racing Task, 2 x Assigned Area Task
  • DoSi höchster Schnitt 125,57, Offene 138,88, Club 192,60
  • Indexwertung: Arcus T oder ASG 32 mit 800 kg Masse hatte Index 105, mit 750 kg 104, der alte Duo konnte mit Index 100 fleigen
  • Wettbewerbsstatistik: 606 Flüge, 184122 geflogene km, Schnellster Flug 138,88 km/h
  • Wetter: Natürlich viel besser als in unserer Region. Der Meteorologie erhielt großes Lob, die Strecken waren dem Wetter gut angepasst und waren gut in der Zeit zu schaffen. Größere Strecken (es gab nur 3 Außenlandungen am 1. Tag und danach keine weiteren) hätten den Anspruch bei dem ohnehin sehr hohen Niveau noch etwas angehoben.
  • Bad Nauheimer Teilnehmer: Duo Discus XLT „IWK“ Gerhard „Hudel“ Herrmann, Achim Bieber, Arcus T „BN“ Thomas „Ello“ Liebert, Lars Liebert

 

Wettbewerbsverslauf:

Trainingstag

Beide Bad Nauheimer Teams wählten eine Strecke, die erst in Richtung Dresden und dann über die Oder auf die polnische Seite führte. Während das Wetter eher durchwachsen war, verursachte der Heimflug über die Flämingregion großen Spaß. Deutlich wurde, dass für kommende Endanflüge aus Südosten die Zeichen für gute tragende Linien und schnelle Endanflüge gesetzt würden.

  1. WT

Aufgabe Assigned Area Task mit Wendekreisen östlich des Harz und nördlich von Leipzig mit 2:30 h Zeitfenster. BN flog als Vorletzer ab, flog 292 km in 2:55 mit ca. 100 km/h und kam auf Tagesplatz 3. Hudel und Achim flogen als letzte und deutlich zu spät ab, mussten kurz vor dem Platz den Motor nehmen und verbauten sich damit (500 Punkte Verlust gegenüber dem Tagessieger) die Aussicht auf eine gute Platzierung für den Gesamtwettbewerb. Signifikant war für alle Klassen, dass das Wetter zum Flugende hin stark abbaute.

  1. WT

Mit 435 km wurde die größte Aufgabe der Lilienthalglide 2016 ausgeschrieben. Die Strecke ging in Richtung Leipzig mit mehrfacher Elbüberquerung. Hier machte sich das erst mal die Indexwertung bemerkbar. Trotz des drittschnellsten Schnitts von 109,54 km/Hkam das BN Team nur auf TP 8, konnte aber Gesamtplatz 3 mit 42 Punkten Rückstand auf den ersten halten. IWK belegte Platz 17.

  1. WT

Eigentlich wurde der 3 WT auf dem Wasser ausgetragen. Beide Teams waren in Brandenburg auf der Havel unterwegs. Hier es gab aber zwei erste Plätze, da weder das BN noch das IWK Team aus dem Kanu fiel, während die Stad komplett umrundet wurde. Nach einem Tag Pause wurde eine 340 km Racing Aufgabe ausgeschrieben. Sie führte nach SO und dann nach Norden an die polnische Grenze. Mit 103 km/h und 160 Punkte Verlust auf den Tagesersten war das der teuersten Tage für BN. Die Tagesplatzierungen: BN Platz 8 und IWK Platz 17.

4.WT

Ohne Pause ging es weiter, dieses Mal wieder mit einem AAT bei extrem grauen Wetter und nur schwacher Thermik. 2:30 und einer Streckenführung in den SO. Rechtzeitig für den 2ten und 3ten Schenkel kam dann die Sonne durch. Dies hatte zur Folge, dass viele zu früh zuhause ankamen, da sie nicht mit einem so schnellen Rückflug über den dann gut entwickelten Fläming rechneten. Betroffen auch BN, die nach 2:23 schon am Ziel war, wodurch sich der Schnitte auf 91 km/h reduzierte. Hudel und Achim machten es deutlich besser und lagen mit Platz 13 um 3 Plätze besser. Die Folge war, dass BN nun auf Gesamtplatz 6 rutschte. Das IWK Team war inzwischen bis Gesamtplatz 21 geklettert.

5.WT

Wieder gab es einen Racing Task, dieses Mal über 306 km. Ein schneller und problemloser Wertungsflug, bei dem der BN der schnellste Schnitt der DoSis mit 125,57 gelang. Zugegebener weise wurde dieser Flug mit etwas Brass durchgeführt, resultierend aus dem Ergebnis des 4. WTs. Dass das trotzdem nur Platz 3 war, ergab sich aus der Indexwertung. Der Trost: mit 19 Punkten Vorsprung konnte erstmals die Gesamtwertung übernommen werden. Bis hierhin war die Taktik gleich geblieben: Später Abflug und dann die Bojen für den Endanflug nutzen, an diesem Tag war der Anflug über den Fläming allerdings eher knapp kalkuliert. IWK kam auf Platz 19.

6.WT

Der sechste Tag wurde mit einer 395 km Racing Strecke ausgeschrieben. Leider mit 115 Schnitt nur Tagesplatz 11, dank der überragenden Leistung des YA Teams, die alle mit 122 km/H deklassierten und die Führung in der Gesamtwertung übernahmen. Platz 3 insgesamt für die BN war aber immer noch ein sicherer Qualiplatz bei mäßigen Wettervorhesagen für die verbleibenden 2 Tage.

7.WT

Inzwischen zwei Hessen unter den ersten drei: Das Team Angelika Meyer und Michael Seischab hatten sich durch konstante Leistungen immer weiter nach vorne geschoben. Eine durchziehende Kaltfront und eine verkürzte Strecke von nur 183 km warf für das BN Team viele taktische Fragen auf. Sollte man erstmalig für diesen Wettbewerb sich an den Konkurrenten orientieren und mitfliegen? Reduzierter Wasserballast – bisher war bis auf eine Ausnahme immer mit Max. geflogen worden? Früher Abflug, oder später, wie sonst auch. Einige Dinge liefen dann wie von selbst: Abflug im ersten Drittel vom Feld. Die direkten Konkurrenten zufällig nachdem Abflug einige km voraus doch in Sichtweite. Danach konnte durch die geschicktere Wahl des Vorflugweges die Höhendifferenz bis zur ersten Wende ausgeglichen. Dort einen Bart besser getroffen, geschicktere Umrundung und dann kam das Problem. Als Gejagter fliegt man nie gerne an der Spitze des Feldes. In einer langen Gleitstrecke musste ein blaues Loch bis hinter die Elbe überwunden werden. Danach zogen die Bärte nicht richtig, es konnte aber bis zur zweiten Wende in 1200 m ohne Höhenverlust geflogen werden. Und dann der Fehler an der zweiten Wende. Dicht an der Luftraumgrenze Berlin, die mit 1038m unweigerlich zu einer Disqualifikation geführt hätte ging es dann in Richtung Brandenburg, bei einem eher schlechten Wolkenbild. Allerdings war nun auch die Clubklasse eingeholt, die viele Bojen, aber nur mäßige Steigwerte anzeigte. Zwar musste immer mal wieder ein Kreis bei m deutlich reduzierten Steigwerten gemacht werden, dafür kam aber der Platz bis auf vierzig km heran. Trotz geringer Sicherheit wurde weiter geradeausgeflogen, allerdings immer die Angst im Nacken, dass ein Fehler und der von hinten nahende DoSI Pulk alles zunichte machen könnte. Was dann aber kam war grandios: Es wurde eine Spur aufbauender Entwicklung getroffen und aus 130 m wurden trotz Geschwindigkeiten von jenseits der 200 km/h 430 m daraus. Ein extrem schneller Endanflug, erster Dosi am Platz, Tagesplatz 1 mit Abstand vor den nächsten und Gesamtplatz 1. Im Übrigen das einzige Mal, dass ein Team zwei Mal auf Gesamtplatz eins landete, ein Zeichen dafür, wie knapp die Ergebnisse immer waren. Die nachfolgenden Flugzeuge konnten diesen Vorteil nicht nutzen, so dass auch hier das Ergebnis zugunsten der BN lief und ein Vorsprung von 8 km/h zum Nächsten den Tagessieg für Wertungstag brachte.

Mittwoch letzter und kritischster Tag aus Sicht eines Führenden. Doch die souveräne Wettbewerbsleitung neutralisierte bereits vor dem Briefing, was ein glückliches Wettbewerbsende und ein Sieg für das BN Team bedeutete. Getragen wurde dieser Wettbewerb durch eine positive Einstellung aller Beteiligten. Auch wenn es sportlich nicht immer optimal lief, war die Stimmung im Team dank der super Betreuung durch Petra und Anne immer gut (Anne kann nun das ICAO Alphabet, weiß was „Abtrocknen“ wirklich heißt, hat einen Blick für Überentwicklungen erworben, oder…. fand es einfach nur schön).

Ein tolles Team und aus Sicht von Lars und Ello ein toller Wettbewerb. Lars hat sich einmal mehr als ein herausragender Copilot bewährt und wird das Gelernte auf den deutschen Juniorenmeisterschaften in Marpingen umsetzen wollen.

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