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Neues Flaggschiff für den Aero-Club Bad Nauheim

Rechtzeitig zu Pfingsten hatte das Luftfahrtbundesamt ein Einsehen und übersandte endlich die heiß ersehnten Zulassungspapiere für das neue Segelflugzeug. Damit durften die Bad Nauheimer Flieger ihr neues Flaggschiff, das sie bereits vor zwei Wochen vom Traditionshersteller Schempp-Hirth in Kirchheim/Teck übernommen hatten, endlich in sein eigentliches Element führen.

Der „Arcus T“, so die Typenbezeichnung, macht seinem Namen (Arcus ist das lateinische Wort für Bogen) alle Ehre. Der mehrfach nach hinten und oben gebogene und geknickte Flügel hat so gar nichts gemein mit der langen, nur leicht geschwungenen Linienführung, die man bei anderen Konstruktionen findet. Das majestätische Flugbild erinnert vielmehr stark an das eines Albatros.

Mit seinen zwanzig Metern Spannweite und der ausgefeilten Aerodynamik bietet der „Arcus“ Flugleistungen, insbesondere bei der Fähigkeit, lange Strecken im reinen Gleitflug zurückzulegen, die früher nur Flugzeugen mit deutlich größeren Spannweiten vorbehalten waren.

Der „Arcus“ sei zurzeit der beste Doppelsitzer auf dem Markt, so Segelflugreferent Tobias Meiler, warte für die Piloten aber außerdem noch mit einer ganzen Reihe weiterer Neuerungen auf. „Zum ersten Mal hat der Verein ein Flugzeug mit Wölbklappen, ganz ähnlich denen, die bei Verkehrsflugzeugen zu Start und Landung gefahren werden. Damit lässt sich das Flügelprofil dynamisch der jeweiligen Flugsituation anpassen und optimieren“, erklärt er.

Ein weiteres Novum lässt sich schon am Kennzeichen des Flugzeugs erkennen. Anstatt eines „D“ gefolgt von Zahlen, wie bei Segelflugzeugen üblich, besteht die Kennung hier aus vier Buchstaben startend mit einem „K“, das für Motorsegler reserviert ist. Anders als die anderen Segelflugzeuge des Vereins ist der „Arcus“ mit einem Hilfsmotor ausgerüstet, der sich bei Bedarf samt Propeller einfach aus dem Rumpf klappen lässt und eine Heimkehr zum Flugplatz auch noch ermöglicht, wenn ausbleibende Aufwinde einen Weiterflug im reinen Segelflug unmöglich machen würden.

„Erhöhter Komfort, ein Plus an Sicherheit und erweiterte Einsatzmöglichkeiten waren die Hauptfaktoren, die uns zu dieser Zusatzinvestition bewogen haben“, sagt Leo Echtermeyer, der erste Vorsitzende des Vereins und blickt mit sichtlicher Freude auf den neuen Luftrenner.

Auf der Höhe der Zeit sei man auch bei der Ausstattung des Cockpits, das von Bildschirmen dominiert wird, die nicht nur graphische Standort- und Luftrauminformationen anzeigen, sondern auch zahlreiche statistische Informationen liefern, wie sie für die optimale Wahl der Flugtaktik im Wettbewerb erforderlich seien.

Besonders stolz ist der Vereinsvorsitzende aber noch auf einen ganz anderen Punkt: „Wir freuen uns, dass der Betrieb im Verein es wirklich jedem, vom fortgeschrittenen Flugschüler bis zum Top-Piloten, ermöglicht, solch ein tolles Flugzeug zu fliegen – und das zu Flugstundenpreisen, die einen Kinobesuch teuer erscheinen lassen.“

Natürlich erfordert ein solch komplexes Sportgerät eine gründliche Einweisung und so wird man in den kommenden Wochen reichlich Gelegenheit haben, das neue Flugzeug bei Start und Landung auf dem Ober-Mörler Flugplatz zu beobachten. Der erste „scharfe“ Wettbewerbseinsatz steht aber auch schon an: Thomas Liebert und Sohn Lars werden mit dem „Arcus“ zum Kampf um die Deutsche Meisterschaft in der Doppelsitzerklasse antreten.

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