Flugtag2016

Segelkunstflug der Extraklasse beim Flugtag in Bad Nauheim

Eine echte Rarität präsentiert Christoph Zahn beim Flugtag in Bad Nauheim – das von Hans Jacobs bei der DFS konstruierte Segelkunstflugzeug Habicht. Dieses Flugzeug ist heute eine Rarität. Drei fliegende Exemplare gibt es noch in Deutschland. Einen Habicht hat sich die Familie Zahn neu aufgebaut. Es wurde ein Gemeinschaftswerk von Großvater Walter, Vater Clemens und Enkel Christoph. Christoph Zahn zeigt heute mit dem Oldtimer atemberaubende Akrobatik.

Zu den Olympischen Spielen 1936 in Berlin waren rechtzeitig vier Exemplare fertiggestellt, und erfüllten alle fliegerischen Erwartungen bis ins kleinste Detail. Die Flugvorführungen über und teilweise in dem Stadion waren atemberaubend. Gelandet wurde außerhalb des Stadions. Diese spektakulären Vorführungen wurden unter anderem von Hanna Reitsch und Heinz Huth (Segelflugweltmeister 1960) geflogen. Nicht nur in Deutschland wurde der Habicht präsentiert. Hanna Reitsch begeisterte auch das Publikum beim Cleveland Air Race 1938.

Die Deutsche Forschungsanstalt für Segelflug, kurz DFS genannt, führte die Berechnungen durch, und erprobte einige Komponenten. Mit seinen 13,60m hatte der Habicht immer noch eine sehr gute Rollrate. Die Flügel hielten einem maximalen Lastvielfachen von +12g und -9g stand. Sehr viel trug dazu die Beplankung der Flügel bei, die im inneren Bereich 3mm stark ist und die Faserrichtung diagonal verläuft, was dem Flügel eine hohe Drehfestigkeit verleiht. Bis auf den Prototypen hatten alle eine offene Haube, da die Piloten durch diese ein noch größeres Gefühl für das Flugzeug und die Umgebung hatten. Charakteristisch für den Kunstflug waren schon damals die Kunstflugstreifen. Spätere Exemplare wurden mit einem größeren Seitenruder ausgestattet, um eine noch größere Wendigkeit zu erreichen.

Der Habicht sollte aber nicht nur allein zum Kunstflug eingesetzt werden. Er wurde ebenso zur Ausbildung der Piloten der Me 163 eingesetzt. Die Me 163 war ein schnelles Raketenflugzeug mit sehr eigenen Flugeigenschaften, wegen der geringen Spannweite und der hohen Landegeschwindigkeit von 260 km/h. Um diese Flugeigenschaften nachzuahmen, baute man noch zwei Versionen des Habicht; eine mit 8 Metern und eine mit 6 Metern Spannweite. Dieser Habicht erhielt wegen seiner geringen Spannweite den Beinamen „Stummel-Habicht“.

 

Kenngröße Daten Habicht E
Besatzung 1
Länge 6,58 m
Spannweite 13,6 m
Flügelfläche 15,82 m²
Flügelstreckung 11,7
Gleitzahl 21 bei 75 km/h
Geringstes Sinken 0,8 m/s bei 65 km/h
Nutzlast ? kg
Rüstmasse 241 kg
max. Startmasse 350 kg
Mindestgeschwindigkeit 55 km/h
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h (max. zul.)
Lastvielfache +12/-9 g
Profil Gö756 (innen, mitte), Gö676 (außen)

Die Beteiligung von Christoph mit seinem Habicht E wird von der Fa. Zeitflügel – Chronograph for Pilots unterstützt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.