Chronik

Ursprünge der Luftfahrt in der Wetterau –
Eine Chronik von Fliegern und Erlebnissen aus sechs Jahrzehnten

Text von Rudolf Storck, Hans-Jürgen Storck und Thomas Liebert

1785
Carl Friedrich Meerwein macht südlich von Gießen die ersten hessischen Flugversuche – 106 Jahre vor Lilienthal – Es klappt aber nicht.

 

1927
Friedberger Segelflieger unter Leitung von Dr. Dambmann erforschen den Vogelsberg, weil ihnen die Rhön zu weit weg ist. Besonders bewährt sich der Hoherodskopf als Startplatz für Gleitflüge.

 

1933
Die in Friedberg, Bad Nauheim und Butzbach gegründeten Fliegergruppen schließen sich im Deutschen Luftsportbund zusammen. Sie „fliegen“ mit selbstgebauten Gleitflugzeugen an den Hängen bei Schwalheim und Nidda und einem Exerzierplatz bei Ockstadt. Ihre verspannten Schulgleiter, die mit einem Gummiseil gestartet werden, erreichen 10 bis 30 Sekunden Flugzeit.

 

1935
Die Fliegergruppe Bad Nauheim organisiert einen Flugtag hinter dem Johannisberg. Die Abteilung Flugzeugbau unter Dipl. Ing. Kennel konstruiert das Segelflugzeug „Mignon“. Zusammen mit einem RK Schwalbe Doppeldecker wird es in den Ockstädter Wiesen geflogen.

 

1939
Luftsportler aus Friedberg, Bad Nauheim und Butzbach, die nach dem Krieg den Aeroclub Bad Nauheim gründen werden, absolvieren auf dem Fluggelände in Nidda mit Schulgleitern ihre Anfänger-Hangausbildung. Durch den Zweiten Weltkrieg und den Verlust der Lufthoheit wird die Arbeit der Fliegergruppen zwangsläufig eingestellt.

 

Neubeginn und die Jahre des Aufbaus

 

1950
Am 6. August 1950 wird der Deutsche Aero-Club e.V. auf der Wasserkuppe/Rhön gegründet. Davon inspriert, laden Rudolf Storck und Willi Brunsmann per Zeitungsanzeige Wetterauer Luftfahrtbegeisterte zur Vereinsgründung ein. Am 25. August 1950 schließen sich unter dem Vorsitz von Rudolf Storck 60 Luftsportbegeisterte in Bad Nauheim zum Segelflugclub e.V. zusammen. Die Gründungsversammlung findet im Restaurant Salinenhof statt. Vereinziel ist es zunächst, ein eigenes Flugzeug zu bauen – sollte es von den Besatzungmächten erlaubt werden.

 

1951
Am 20. Februar wird trotz Verbotes des Segelflugbaues durch die Alliierten mit dem Bau von Einzelteilen des Doppelsitzers vom Typ Mü 13 E (später Bergfalke) begonnen. Am 28. April wird das Segelflugverbot aufgehoben.

 

1952
Unter schwierigen finanziellen und herstellungstechnischen Bedingungen entstehen in den noch nicht wieder benutzten Badehäusern in Bad Nauheim die Einzelteile für die Mü 13 E.

 

1953
Die Mü 13 E wird nach Überprüfung der Rohbaumontage durch die Prüfstelle für Luftfahrtgeräte für die Fertigstellung freigegeben. Am 19. Juli wird sie auf den Namen „Bad Nauheim“ getauft. Im August wird die Maschine beim Einfliegen in Merzhausen bei einer Notlandung in einem Waldstück schwer beschädigt und muß neu aufgebaut werden.

 

1954
Im August findet das erst Ferienlager bei der „Alpinen Segelflugschule Unterwössen“ statt. Mit der Mü 13 E gelingen Rudolf Storck, Franz Heyer und Willi Brunsmann Fünfstundenflüge über den Alpen. Im Herbst beginnt der Flugbetrieb auf dem amerikanischen Militärflugplatz in Ockstadt.

 

1955
Der Segelflugclub Oberursel steuert mit dem Bau der Ka I ein weiteres Segelflugzeug zum Flugbetrieb bei. Die Stadt Bad Nauheim ermöglicht dem Segelflugclub in der Barracke am E-Werk eine Werkstatt zu errichten. Am 18. September findet der erste internationale Flugtag in Friedberg statt. Aus dem Reinerlös soll ein zweisitziges Motorflugzeug, eine HD 153 „Möwe“, in Vereinsarbeit gebaut werden.

 

1957
Nach der Rohbaumontage im Wandelgang des Kurhauses kann die „Möwe“ am 13. April eingeflogen werden. Flugkapitän Heini Dittmar, ehemaliger Messerschmitt-Versuchspilot und Konstrukteur der Maschine, lässt es sich nicht nehmen, beim Erstflug einen Looping über den erstaunten Erbauern zu fliegen. Das erste schlepptaugliche Motorflugzeug des Bad Nauheimer Segelflugclubs hat fliegen gelernt. Im gleichen Monat wird auch ein einsitziges Segelflugzeug vom Typ Grunau Baby III erworben.

 

1958
Nach Schwierigkeiten mit dem Flugbetrieb in Ockstadt wird der Promenadenweg in Ockstadt zwischen Bad Nauheim und Friedberg von der Regierung als Flugplatz zugelassen. Zum Ende des Jahres sind die Schwierigkeiten aber ausgeräumt und der legale Flugbetrieb in Ockstadt wird fortgesetzt. Mit der Unterstützung einiger Wetterauer Firmen und der hessischen Landesregierung wird in Eigenarbeit eine Flugzeughalle in Ockstadt gebaut. Auf Betreiben des Mäzens Forster wird der Name auf Aero Club Bad Nauheim geändert, um die Motorflieger des Vereins im Namen zu intergrieren. Im August findet der dritte Flugtag statt.

 

1959
Während eines Ferienlagers in Ailertchen/Westerwald gelingen Streckenflüge in gerade Linie – Franz Heyer kommt bis Eindhoven/Holland, Max Schneider erreicht fast Lüttich.

 

1960
Die HD 153 „Möwe“ wird gegen ein englisches Sportflugzeug vom Typ Auster Mk 5 getauscht. Das 10jährige Vereinsjubiläum wird mit einem Großflugtag begangen.

 

1962
Franz Heyer wird zum 1. Vorsitzenden gewählt. Der 5. Großflugtag legt den Grundstock für den Kauf zweier Segelflugzeuge – einer Ka 6 und einer Ka 8. Weiteren Zuwachs erhalten die Motorflieger mit der von den Friedberger Fliegerkameraden begonnen einsitzigen Jodel Bebe, die nach 5jähriger Bauzeit fertiggestellt wurde. Dr. Gerhard Jungk gelingt der erste Streckensegelflug über 300 km nach Neufchâteau bei Nancy.

 

1964
Im Juni wird der 6. Großflugtag veranstaltet. Nach dem Kauf von zwei Motorflugzeugen vom Typ Jodel D 120 wird mit der Motorflugschulung begonnen.

 

1966
Anlässlich des Hessentages in Friedberg wird ein Hessensternflug nach Ockstadt organisiert. Der vergrößerte Flugzeugpark erfordert eine weitere Halle, die von den Mitgliedern in Eigenleistung erstellt wird. Die altgediente Mü 13 E wird gegen eine moderne Ka 7 ausgetauscht. Dr. G. Jungk erfliegt in Fayence (F) mit einer Startüberhöhung von 6795 m den ersten „Höhendiamanten“ des Vereins.

 

1967
Bei den ersten Clubmeisterschaften gewinnen Max Schneider die Segelflieger- und Willi Brunsmann die Motorfliegerwertung. Uli Brunsmann siegt in der Jugendwertung des Segelsternflugs nach Bad Hersfeld. Hein Breitenfelder gelingt der erste geschlossene Dreiecksflug über 300 km vom Flugplatz Ockstadt aus.

 

1968
Der Verein erwirbt als erster in Hessen ein Kunststoff-Hochleistungssegelflugzeug vom Typ Phoebus.

 

1970
Nach 18 Umzügen seit Vereinsgründung wird im Gewerbegebiet Taubenbaum die erste eigene Werkstatt der Aero Clubs eingeweiht. Auf den Bezirksmeisterschaften in Gedern belegen Willi Breitenfelder/Erst Gries und Uli Brunsmann erste Plätze.

 

1972
Am 1. Mai kommt Manfred Formhals, ein erfahrener Fluglehrer des Vereins, bei einem tragischen Unfall ums Leben. Er hat sich besonders um die Jugendarbeit verdient gemacht; daher spendet die hessische Luftsportjugend den Manfred-Formhals-Pokal, der bei hessischen Jugendvergleichsfliegen ausgeschrieben wird.

 

1974
Hein Breitenfelder gelingt es als erstem, von Ockstadt aus ein geschlossenes 500 km Dreieck zu fliegen. Jürgen Breitenfelder erringt bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften den 2. Platz. Beim Vergleichsfliegen in Homberg erringen Jürgen Andrießen und Willi Breitenfelder/Ernst Gries erste Plätze. Durch die Trassenführung der B 3a ist das Fluggelände in Ockstadt gefährdet. Daher erwirbt der Aero Club den Sonderlandeplatz Ober-Mörlen.

 

1975
In seinem 25. Jahr hat der Verein 190 Mitglieder und ist der drittgrößte in Hessen. Seit seiner Gründung wurden 39.499 Segelflugstarts und 17.950 Motorflugstarts ausgeführt. 7.350 Motorflugstunden waren die Mitglieder in den ersten 25 Jahren in der Luft.

 

1976
Es findet das erste Alpensegelflug-Vereinslager in Sisteron (Französische Seealpen) statt. Da die Infrastruktur in Sisteron dem Andrang des Aero Club nicht gewachsen ist, wird mit Kind und Kegel nach Chambery (Haute Savioen) umgezogen.

 

1979
Am 19. Mai fliegt Klaus Holighaus das erste 1000 km Dreieck in Deutschland. Der AeC Bad Nauheim kommt immerhin auf 800 km: Andreas Kath und Hans-Jürgen Storck fliegen auf der ASK 13 ein 400 km Dreieck. Bis heute stehen 50 l Bier für Nachahmer aus. Thomas Liebert fliegt diesselbe Strecke mit dem Jeans Astir.

 

1980
Letztes Alpensegelfluglager in Aosta (Italien) an Ostern. Künftig entsteht eine neue Pilgerroute in die Französischen Seealpen, um in der Vorsaison bereits Gebirgsluft zu schnuppern. Der Aero Club führt das erste Mal in Schwandorf in der Oberpfalz ein Vereinsfluglager durch. Es bahnt sich eine bis heute andauernde Freundschaft beider Vereine an.

 

1981
Die Modellfluggruppe veranstaltet im Januar den ersten „Elektroflug Wintertreff“, eine internationale Veranstaltung, die bis 1996 zu der weltweit größten ihrer Art werden sollte. Erstes reines Jugendgruppenlager in Albstadt Degerfeld. Die Schwäbische Alb zeigt sich mit 2°C im Juli von ihrer garstigen Seite.

 

1982
Sven Breitenfelder holt als Sieger im hessischen Jugendvergleichsfliegen den „Manfred-Formhals-Pokal“ nach Bad Nauheim zurück. Der Aero Club erreicht in seinem 32. Jahr die Rekordzahl von 279 Mitgliedern.

 

1983
Sven Breitenfelder betreibt Ost-West-Politik und fliegt 19jährig von Schwandorf aus nach Nyrsko (CZ). Der Jugendgruppe ist auf die stolze Zahl von 22 aktiven Segelfliegern angewachsen.

 

1984
Der Flugplatz Ober-Mörlen wird durch eine geringfügige Drehung der Landebahn verlängert und erhält somit die Genehmigung für Windenbetrieb. Der Flugbetrieb auf dem Flugplatz Ockstadt wird nach 30 Jahren aufgegeben, um alle Vereinsressourcen für den Aufbau der Infrastruktur auf dem neuen Flugplatz Ober-Mörlen zur Verfügung zu haben.

 

1986
Erste Siegerin im Bundesjugendvergleichsfliegen: Petra Keck. Charly Binder wird Dritter der Weltmeisterschaft für Pylonelektroflugzeuge in Amay/Belgien.

 

1988
Petra Keck, Sven Breitenfelder und Karsten Kirbs fliegen im Team ein 530 km Dreieck und erreichen damit den 2. Platz in der deutschen Mannschaftswertung „Standard Klasse Junioren“.

 

1989
Die Werkstatt der Modellfluggruppe findet ihre vorläufig letzte Heimat in der alten Schule in Steinfurth.

 

1990
Das Fluggelände in Ober-Mörlen hat inzwischen eine Infrastruktur, die es erlaubt, die ersten Bezirksmeisterschaften durchzuführen. Sie werden ein toller Erfolg als am letzten Tag eine Tagesaufgabe mit einem Dreieck von 530 km erfolgreich gemeistert wird. Anschließend stellt sich eine einmalige Wetterlage ein, bei der in Deutschland über 20 Tausendkilometerflüge durchgeführt werden. Petra Keck wird Mitglied der Segelflugnationalmannschaft der Frauen.

 

1991
Rainer Bernhardt und Prof. Dr. Uli Brunsmann fliegen vom Flugplatz Burg Feuerstein aus mit 880 km die größte Strecke, die bis dahin im Aero Club im Segelflug geflogen wurde. Die Motorseglergruppe hat Rekordstärke erreicht. Der Kunststoffmotorsegler Dimona wird angeschafft.

 

1992
Hans Jausly und Jürgen Schmidt unternehmen mit dem Motorsegler C-Falke 2000 einen denkwürdigen Flug zum Nordkap und zurück. In mehr als 1.750 Stunden Eigenarbeit wird die 1975 erbaute Robin DR 400 D-EDQR als erstes Motorflugzeug der Vereinsgeschichte grundüberholt.

 

1993
Dr. Gerhard Jungk wird mit 71 Jahren noch einmal hessischer Sieger in der Rennklasse im Streckensegelflug. Ernst Gries/Willi Breitenfelder (GriesBrei) fliegen mit ihren Janus C ein 703 km Dreieck von Ober-Mörlen aus. Die Doppelsitzermannschaft (6 Piloten) gewinnt daraufhin die Bundeswertung der dezentralen Deutschen Meisterschaft im Streckensegelflug (DMSt). Wolfgang Bommersheim baut den berühmten „Gummibärchen Bomber“, ein mit vier Elektromotoren angetriebener Herkules-Nachbau aus Styropor, aus dem im Flug Gummibärchen abgeworfen werden können.

 

1994
3 Fluglehrerinnen und 8 Fluglehrer bilden ehrenamtlich den fliegerischen Nachwuchs aus. Dr. Angelika Machinek, amtierende Deutsche Meisterin in der Rennklasse, erreicht in Marpingen/Saar bei der Europameisterschaft der Frauen den 3. Platz. Helmuth Neuf fliegt seine erste Motorkunstflug Weltmeisterschaft in Südafrika. Der Modellflugplatz in der Gemarkung „Hinter den Magerdriften“ bei Ober-Mörlen muß nach langer Prozessdauer endgültig aufgegeben werden, da ein Landschaftsschutzgebiet in unmittelbarer Nähe angesiedelt wird. Damit ist die Modellfluggruppe ohne eigenes Gelände.

 

1996
Die Flugzeughalle in Ockstadt wird endgültig aufgegeben. Sie war immer noch zur Unterstellung der Segelflugzeuganhänger genutzt worden. Der Verein strukturiert sich neu: es gibt künftig die Sparten Segelflug, Motorseglerflug, Motorflug und Modellflug. Der Aero Club erhält die Genehmigung des Regierungspräsidiums für ein neues Modellfluggelände in der Gemarkung Ober-Mörlen. Es kann jedoch nicht geflogen werden, da das zur Ausübung der Genehmigung erforderliche Gelände weder erworben noch gepachtet werden kann.

 

1997
Drei Aero Club Frauen, Swaantje Geyer, Petra Liebert und Dr. Angelika Machinek vertreten Deutschland bei der Europameisterschaft der Frauen in Prievidza, Slowakei. Mit 2.144 Windenstarts und 1.123 Stunden erlebt die Segelflugsektion mit sieben Vereinsflugzeugen ihr bisher bestes Jahr in punkto Auslastung. Helmuth Neuf wird mit seiner Zlin 50 Deutscher Vizemeister in der Advanced Klasse im Motorkunstflug.

 

1998
Der Anbau mit neuem Schulungsraum und Unterstellplätzen für Anhänger und Fahrzeuge wird mit einer deftigen Party eingeweiht. In der Deutschen Meisterschaft im Streckensegelflug erreicht der Aero Club bundesweit den 5. Platz in der Vereinswertung und damit sein bisher bestes Ergebnis.

 

1999
In der Wahl der „Mannschaft des Jahres“ werden die Bad Nauheimer Segelflieger punktgleich mit der Profimannschaft des EC Bad Nauheim auf den ersten Platz gewählt. Sie hatten 1998 52.424 Segelflugkilometer dokumentiert. Dr. Angelika Machinek wird zum zweiten Mal von der Wetterauer Öffentlichkeit zur „Sportlerin des Jahres“ gekürt. Sie hatte als erste Frau der Welt am 5. Januar in Namibia ein 1000 km Dreieck geflogen. Robert Pierson belegt bei der Hessischen Meisterschaft in der Clubklasse den 2. Platz.

 

2000
Der Aero Club begeht sein 50. Jubiläum. Die Jahreshauptversammlung ernennt die noch im Verein aktiven Gründungsmitglieder Rudolf Elstner, Joachim Hieke, Helmut Körner, Wolfgang Salomon, Max Schneider und Friedrich Volkholz zu Ehrenmitgliedern. Mit einer LS 8 18 wird das Top Segelflugzeug für die Standard Klasse erworben, das mit Ansteckflügel auch für die 18 m-Klasse einsetzbar ist.

 

2001
Der Aero Club Bad Nauheim hat eines seiner erfolgreichsten Jahre der Vereinsgeschichte. Dr. Angelika Machinek belegte bei der ersten Weltmeisterschaft der Frauen in Litauen einen hervoragenden zweiten Platz in der Rennklasse. Jürgen Breitenfelder wurde hessischer Meister in der Standardklasse. Bei der dezentralen deutschen Meisterschaft der Doppelsitzerwertung belegten die Piloten Jürgen Breitenfelder, Klaus Wachholz, Willi Breitenfelder, Robert Pierson und Achim Kopp in der Mannschaftwertung den zweiten Platz.

 

2002
Ernst Gries macht seine Ankündigung wahr und baut für den Aero Club eine Terrasse angrenzend an das Vereinsheim im ersten Stock. Das Clubleben findet seit dem ein Stückchen mehr „über der Erde“ statt und Sonnenuntergänge können auch von der Kantine aus bewundert werden.

 

2003
Tine und Urban Kirchberg führen den ersten Segelkunstfluglehrgang in Ober-Mörlen durch. Seitdem werden jedes Jahr neue und erfahrene Piloten in die Kunst des „Kopfunter“fliegens eingewiesen und die Sicherheitsstandards im Aero Club ständig verbessert.
In der Aero Club Vereinswerkstatt gibt es ein Projekt „Messerschmidt“. Unter der Mitwirkung der Eigentümergemeinschaft und vieler Helfer des Vereins entsteht nicht nur die älteste, sondern auch die schönste flugfähige Me108 neu, eine Hommage an Elly Beinhorn. Es etabliert sich eine neue Generation junger Segelflugpiloten. Lorenz Dierschke ist der erste Segelflugpilot, der mit 16 Jahren seinen Segelflugschein in der Tasche hat.

 

2004
Der AeCBN bildet mit den Nachbarvereinen LSC Bad Homburg Usingen, dem SFC Riedelbach und dem AeC Butzbach eine Ausbildungsgemeinschaft. Ein zukunftsweisendes Konzept für die Ausbildung kommender Generationen von Flugschülern ist somit gesichert.

 

2005
Der Aero Club steigt für zwei Jahre in die erste Segelflugbundesliga auf. D.h. an jedem Wochenende muss ein Team von drei Pilotinnen oder Piloten nach hohen Schnittgeschwindigkeiten jagen.
Der Aero Club stattet alle seine Vereinsflugzeuge mit einem Kollisionswarngerät FLARM aus. Viele Privatflugzeugeigner schließen sich an. Dieses Gerät warnt vor der Annäherung von Luftfahrzeugen und hilft Zusammenstöße zu vermeiden.

 

2006
Dr. Angelika Machinek, charismatische AeCBN Sportlerin, Trägerin zahlreicher internationalen Auszeichnungen und Titel und eine der bekanntesten Segelfliegerinnen der Welt kommt bei einem Unfall mit einem Ultraleicht-Flugzeug ums Leben. Mit ihr stirbt der Eigentümer, selbst ein erfahrener UL-Pilot. Das Muster hat eine traurige Unfallbilanz und wird vom LBA gesperrt.
Die ASK 13 wird nach 32 Jahren im Schulungseinsatz und nach jahrelanger emotionaler Diskussion verkauft. Sie wird ersetzt durch eine ASK 21, die geringeren Wartungsaufwand erfordern wird und auch für die Streckensegelflug und Kunstflugausbildung geeignet ist.

 

2007
Nach langer Pause erreicht wieder ein Aero Club Pilot die Spitze beim Jugendvergleichsfliegen: David Friedrich aus Ober-Mörlen erreicht als siebzehnjähriger Platz 3 beim Bundesentscheid in Laucha (Sachsen-Anhalt).

 

2008
Der Tag der offenen Tür ist wieder ein großer Erfolg.
Der Verein muss Abschied nehmen von seinen Gründungsmitgliedern Max Schneider und Rudi Elsner. Die vierte Generation Segelflieger lernt das Fliegen. Lars Liebert, Urenkel der bereits in den 1920igern in Karlsbad segelfliegenden Rosl Breitenfelder macht seine ersten Starts.

 

2009
Der Flugzeugpark wird wieder modernisiert: Der Motorsegler SF25 wird gegen eine Super Dimona ausgetauscht, so dass jetzt zwei gleiche Motorseglermuster im Einsatz sind.

 

2010
Der Verein ist in seinem 60ten Jahr. Seppl Meixner – der letze Flieger der Kriegsgeneration – wird 90 Jahre alt. Er läßt aber nicht nach, mit seiner positiven Ausstrahlung und seinem frischen Charme die „neue“ und die „alte“ Fliegerei in seinem Verein bewußt zu machen.

 

2011
David Friedrich fliegt seine erste Weltmeisterschaft im Segelkunstflug und wird spektakulär Vizemeister in der „Advanced“ Klasse und Teamweltmeister mit dem Deutschen Team.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.