Der Winter ist keine leichte Zeit für Segelflieger – meistens ist das Wetter zu schlecht, um ans Fliegen überhaupt zu denken, und wenn dann das Wetter doch einmal mitspielt und der vom Novemberregen ordentlich aufgeweichte Flugplatz auch noch schön hart gefroren ist, muss man feststellen, dass alle Schleppflugzeuge für die verdiente Winterwartungskur in der Werkstatt verschwunden sind.

Wirklich alle? Nicht ganz…

Die Frage „Warum schleppen wir nicht mit der Zlin? Dafür ist der Haken ja dran…“ aus dem Pilotenteam, das eine betagte Zlin 526 auf dem Ober-Mörler Flugplatz betreibt, war der Aufheller für die langen Gesichter der Fliegerkameraden, die bei strahlendem Wintersonnenschein am letzten Wochenende traurig vom Boden aus in den Himmel blickten.

Von der Idee bis zum ersten Start dauert es bei Temperaturen deutlich unter Null Grad dann doch noch eine Weile, da das Fliegen im Winter an Mensch und Material einige Anforderungen stellt. Motorblock und Öl müssen sorgfältig vorgewärmt werden vor dem Anlassen, wenn teure Schäden an den empfindlichen Flugmotoren vermieden werden sollen und irgendwie gleiten die Passungen der Bolzen der Kunststoffsegelflieger bei warmen Temperaturen auch leichter in Position. Spätestens in der Luft merkt der Pilot eines Flugzeugs ohne Heizung dann auch schnell, dass man gar nicht genug Kleidung an Körper und vor allem den Füßen tragen kann, um gegen die durch alle Ritzen einschleichende Kälte gewappnet zu sein.

Am Ende aber entschädigen wunderbare Aussichten auf die leicht weiß gepuderte Landschaft unter einem wolkenlos blauen Himmel für alle Mühen und verwandeln den Wintertag in einen tollen Flugtag!